Mit Auto, Zelt und zu Fuss auf der Südinsel in Neuseeland

Gästeblog von Theres Arnold-Curiger

Neuseeland 24. Oktober – 18. November 2017

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Via Singapur kamen wir nach zwei Tagen auf der Südinsel im sonnigen, aber kühlen Christchurch an. Pyn und Silvia holten uns am Flughafen ab und schon ging’s über die Berge Richtung Kaikoura. Dank unserer bequemen Campingausrüstung schliefen wir schon die erste Nacht, mit Meeresbrandung im Hintergrund, wunderbar.

Neuseeland‘s Schafe sind kein Klischee. Es gibt 30 Mio. Schafe und nur 4.7 Mio. Einwohner. Schafe, meist schwarze Kühe und Hirsche – überall immer wieder. Die Hänge voll gelber Ginstern sehen super aus. Typisch sind auch die einspurigen Brücken, Autobahnen gibt’s sozusagen nicht, aber gute Highways.

Ein „Must to do“ whale watching mit einem Piper bringt uns sofort in Ferienstimmung. In einem Fischerbeizchen genossen wir feine Meeresfrüchte und danach rundete eine Bier Degustation bei einer Bekannten von Pyn den Tag ab. Im aufgeweckten Hanmer Springs machten wir bei wunderbarem Wetter die erste Wanderung auf den Mt. Isobel (1319 m) mit einer eindrücklichen Aussicht, die Aelplermakronen danach schmeckten umso besser.

Von Marahau brachte uns das Wassertaxi – mit Sicht unterwegs auf den „Big Apple“, auf lauschige Buchten, Robben – nach Totaranui, dem Ausgangspunkt für unseren ersten Great Walk, den dreitägigen Coast Track. Wer denkt, so eine Küstenwanderung ist ja nur flach, irrt sich gewaltig. Es geht rauf und runter im Regenwald oder über Sandstrände. Das Meer ist kitschig blau, wir sind fast allein. Hie und da überquerten wir spasseshalber vor der „low tide“ (Ebbe). Der Gang über die Muscheln war eine gratis Fussmassage! Unvergesslich bleibt uns das Zelten auf der Sandbank, wo uns Franzosen zum Muscheln suchen animierten.

Der Küste entlang bei Fox River sammelten wir eine Menge davon – ein exzellentes Nachtessen mmh! Ein weiteres Highlight waren die Glühwürmchen in der Höhle bei Punakaiki. Trotz Regen machten wir einen Rundgang zu den gewaltigen Pancakes Rock. Das Städtchen Greymouth machte seinem Namen alle Ehre, darum fuhren wir gleich weiter. Den weltbekannten Franz Josef Gletscher, welcher bis 425 m hinunterreicht, durften wir natürlich auch nicht verpassen. Die heissen Bäder nach dieser Wanderung im Regen taten richtig gut.

Verschiedene Walks mit teils irreal anmutenden Landschaften waren einfach traumhaft. Nach der Fahrt am Wanaka- und dem Hawea-Lake entlang, fast mutterseelenallein, liessen wir den Tag mit einem delikaten Mahl (butterzarte Lammschulter) in bestem Ambiente ausklingen. Einige Tracks waren wegen Schnee immer noch geschlossen, darum nahmen wir den Isthmus Peak in Angriff, diese Rundsicht – unglaublich!

Als Ausweichroute für den Routeborn Track begaben wir uns voll bepackt auf den viertägigen Greenstone Track zur gleichnamigen Hut. Der Name war nicht umsonst, so grüne Steine überall hatten wir zuvor noch nie gesehen. Der zweite Tag bei Regen, Wind und Sumpf über umgestürzte Bäume, durch eiskalte River, forderte uns. In der Kellar Hut konnten wir die Sachen am Ofen wieder trocknen. Bei Sonne und auf guten Wegen ging es zur längsten Etappe über den Mc Kellar Saddle zur Cellar Hut. Auf den unbewirteten Hütten waren wir jeweils etwa zwölf Personen. Zum Parkplatz am nächsten Tag war’s dann nicht mehr so weit.

Nach einem Ruhetag folgte frühe Tagwache in Lumsden mit dem Ziel Milford Sound, wo es anscheinend fast immer regnen soll. Der Highway schlängelt sich ein langes Tal hinauf, vorbei an Granitwänden und plötzlich steht man vor dem einspurigen Homer Tunnel (1954 erbaut, 1.2 km lang). Die Sonne schien, die Bootsfahrt unter Wasserfällen und Peaks mit Delphinen und Robben im Fjord war wirklich phänomenal!

Danach fuhren wir quer zur Ostküste nach Dunedin unter anderem zur steilsten Wohnstrasse der Welt mit 35% Gefälle. Bei Dämmerung waren wir einer Kolonie Kleinpinguinen auf der Spur. Weiter nördlich der Ostküste entlang bewunderten wir in Moreaki die alten Boulders, grosse Steinkugeln, die Struktur erinnerte uns an Schildkröten. Durch einen Fischer lernten wir eine weitere Delikatesse kennen. Die Whitebait sind kleine Fischli. Diese zusammen in Rührei gebraten waren himmlisch. Auf der Banks Peninsula sammelten wir ein letztes Mal Muscheln, flanierten durch das französisch angehauchte Akaroa bevor wir in Christchurch in einem top eingerichteten AirB&B eincheckten.

Spaziergänge durch die Stadt erinnerten uns überall an das starke Erdbeben von 2011. Es gibt immer noch etliche Geschäfte in Containern. Über 900 Gebäude wurden abgerissen. Überall wird gebaut, Strassen saniert, hübsch gemacht. Mit unvergesslichen Erlebnissen verabschiedeten wir uns von Pyn und Silvia; unseren perfekten Reiseleitern. Beim Stopp in Singapur trafen wir uns noch mit „z’Loretzä“ und genossen ein feines Dinner bevor wir wieder nach Hause flogen.

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